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  • Barbara

Zum Teil liegt es in den Genen

- haben Hunde ein genetisches Gedächtnis?



Man spricht ja bei den Hunden oft von: „das hat er in den Genen, das ist in die Rasse reingezüchtet“. Aber gibt es das? Haben Hunde genetische Erinnerungen?


Natürlich! Angeborene Verhaltensweisen sind in den Genen festgelegt und müssen nicht erlernt werden. Damit sind hauptsächlich Reflexe und Instinkthandlungen gemeint. Und die werden ohne Lernprozess meist sofort nach der Geburt beherrscht und sind lebenslang vorhanden.

Ihr wollt Beispiele? Denkt mal an die jungen Vögel, die den Schnabel aufsperren wenn die Eltern ins Nest kommen, Welpen suchen automatisch die Zitzen der Mutterhündin.


Verhalten wird vererbt

Wie bei meinem Computer haben Tiere (und auch Menschen) eine „biologische Festplatte“, auf der das Verhalten programmiert ist. Die Verhaltensweisen sind somit sofort nach der Geburt verfügbar und müssen nicht erst erlernt werden. Was die vorhergehenden Generationen erlernt haben, wird durch das Erbgut weitergegeben. Das Erbgut ist also nicht nur für die Körpermerkmale, sondern auch für die Verhaltensweise zuständig. Es können sich Menschen und Tiere an ihre Umwelt anpassen, so dass sie ihr erlerntes Verhalten über Generationen im Erbgut weitergeben können.


Auch das Hüten ist ein angeborener Instinkt

Wir merken es bei unseren Hunden oft sehr stark, wofür sie gezüchtet wurden. Das ist das genetische Gedächtnis auf der biologischen Festplatte. So ein Hund wie meine Anna, ein Boerboel, wurde in Afrika gezüchtet, um große Farmen in Rudeln zu bewachen. Sowas muss Anna heute natürlich nicht mehr machen, trotzdem ist sie ein extrem wachsamer Hund, der sein Rudel zusammenhalten will.


Dann gibt es noch Reflexe

Die müssen nicht erlernt werden sondern sind schnell ablaufende Reaktionen auf Reize. Reflexe bleiben meist das ganze Leben erhalten. Besonders gekennzeichnet sind Reflexhandlungen durch die stets gleich, nach einem festen Programm ablaufende Reaktion. Die Wahrscheinlichkeit das ein Reflex jederzeit ausgelöst wird ist sehr groß.


Und der Instinkt…

Instinkthandlungen sind Handlungen, die unter gleiche Bedingungen immer gleich ablaufen. Es sind Verhaltensweisen, die angeboren und artspezifisch sind. Diese sind ebenfalls genetisch festgelegt. Deshalb laufen Instinkthandlungen immer in der selben starren Form ab. Sie sind, im Gegensatz zu Reflexen, relativ komplexe Verhaltensweisen, die sich aus mehreren angeborenen Handlungen zusammensetzten. Dazu gehören unter anderem: Nahrungssuche - Nahrungsaufnahme, Partnersuche - Begattung, Jungenaufzucht, Fluchtverhalten, Körperpflege und Ruheverhalten. Diese Verhaltensweisen können durch erlerntes Verhalten bereichert sein, aber im Prinzip laufen diese Handlungen in genetisch vorgegebener Art und Weise ab. Jedes Tier handelt nach dem genetischen Programm, dass für es spezifisch ist. Das Instinktverhalten wird, ebenso wie ein Reflex, ausgelöst durch einen Reiz.



Was kommt zusätzlich zur biologischen Festplatte

Verhaltensweisen werden erweitert durch neue Elemente. Der Hund lernt hinzu. Dadurch wird das Leben mehr oder weniger dauerhaft verändert. Die Fähigkeit Informationen im Gedächtnis zu speichern und wieder abzurufen ist dabei sehr wichtig.

Die neuen Lerninhalte werden wieder auf der biologischen Festplatte gespeichert und gehen mit der Zeit in den Speicher „sollte vererbt werden“ über. Das ist abhängig von Umwelteinflüssen und erlebten Situationen. So ändern sich im Laufe der Zeit genetische Informationen.

Aber unsere Fellnasen haben natürlich nicht nur eine genetische Erinnerung.

Hunde erinnern sich an mehr als gedacht. Eine Studie von Forschern aus Budapest zeigt, dass Hunde über ein sogenanntes episodisches Gedächtnis verfügen (Current Biology). Sie können sich demnach an Ereignisse erinnern, die ihnen eher unwichtig erscheinen. Diese Fähigkeit wird normalerweise nur Menschen und Menschenaffen zugeschrieben und als ein Anzeichen dafür gesehen, sich selbst als Individuum wahrzunehmen.


Diese Meute von Jagdhunden hat den Jagdtrieb in den Genen

Merken und Nachdenken

Die Forscher aus Budapest haben dazu mit einem Nachahmungsspiel gearbeitet. Die Hunde werden per Kommando dazu aufgefordert, die jeweiligen Handlungen „ihres“ Menschen nachzumachen. Frauchen dreht sich z.B. einmal im Kreis und sagt dann „Machs nach!“ und der Hund dreht sich auch. Das allein beweist aber noch kein episodisches Gedächtnis. Denn der Hund imitiert die Handlung unmittelbar anschließend und ist im Rahmen des Lernspiels darauf gefasst, dies zu tun. Doch die Forscher wandelten das Spiel ab: Nach einiger Zeit des „Machs nach!“-Trainings folgte eine andere Übungseinheit. In dieser lernten die Hunde, sich auf verschiedene Bewegungen ihres Besitzers hin auf den Boden zu legen. „Dadurch wird die zuvor geschürte Erwartung der Hunde, gleich imitieren zu müssen, durch die Erwartung des Hinlegens ersetzt“, erklären die Forscher. Erst nach dieser Zwischeneinheit erhielten die Hunde unvermittelt erneut den Befehl: „Machs nach!“. Dieser wurde einmal eine Minute nach der vorgeführten Handlung gegebenen und einmal eine Stunde später. Das Ergebnis: Obwohl die Hunde nicht bewusst auf das Nachahmen gepolt waren, hatten sie sich die Handlung „ihres“ Menschen gemerkt – und konnten sie erfolgreich imitieren.

„Unseres Wissens nach ist dies der erste Beleg dafür, dass eine nichtmenschliche Tierart komplexe Ereignisse erinnert, ohne sie direkt beim Einprägen motorisch nachzuvollziehen“, so die Forscher. Beim Imitieren müssen die Hunde auf eine reine mentale Repräsentation des zuvor Gesehenen zurückgreifen und noch dazu ein Ereignis erinnern, dass sie sich zuvor nicht bewusst eingeprägt hatten. Nach Ansicht der Forscher spricht dies dafür, dass Hunde eine Form des episodischen Gedächtnisses besitzen.


Mir war ja eh schon klar, dass unsere Hunde einfach nur genial sind. Nur manchmal droht halt die Gefahr, das wir unsere Lieben vermenschlichen und Dinge in sie hineinsehen, die einfach nicht da sind. Da ist es doch immer wieder interessant, wenn Forscher uns eine Bestätigung an die Hand geben. Hier ein Link zur Studie, leider nicht in deutsch https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(16)31142-3


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