Willkommen im Hundeblog

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  • Eckard Wulfmeyer

Erlebnisse unterwegs ....

Ich war mit meiner Brenda und Wolke unterwegs. Am Deich. Es war diesiges Wetter. Fast schon neblig. Sehr weit konnte man nicht sehen, nur einige hundert Meter. Man sah kaum die Schiffe auf der Elbe fahren. Ich sah einen Mann, dessen Hund am Deich entlang lief. Er lief den Deich rauf und wieder runter bis zum Wasser. Man konnte ihm seine Lebensfreude regelrecht ansehen. Rennen. Er hopste und sprang mitten im Rennen. Endlich Rennen. Der Mann rief seinen Hund in strengem, motzigen Ton:. “Komm her. Komm sofort hierher. Emma, komm hier her. Komm her, wenn ich es dir sage. Dir werde ich's zeigen, du Miststück.”

Er hatte eineRute in der Hand, an der oben noch ein paar kleine Blätter hingen. Ich fragte mich, wo er die Rute her hatte. Jeder, der schon mal bei uns an der Nordseeküste den Deich entlang gegangen ist, der weiß, dass dort weder Bäume, noch Büsche oder Sträucher wachsen. Er musste die Rute mitgebracht haben. Ich ging zu ihm hin. Er trug eine Jeanshose und eine dunkle Filzjacke. Dazu trug er einen Hut, der ein wenig an einen Westernhut erinnerte. Ein Tourist offensichtlich. Sein Dialekt verriet ihn. Ich fragte ihn, wie alt sein Hund sei.

“14 Monate”, bekam ich zur Antwort.

“Dann behandeln sie sie nicht richtig.”

“Was geht Sie das an?” fragte er mich leicht entrüstet. Und ich ahnte, warum er eine Rute bei sich trug, denn bei seiner Antwort hob er sie leicht an und schüttelte sie.

“Genaugenommen sehr viel.”

“Komm her, wenn ich es dir befehle. Komm her habe ich gesagt. Dir werde ich's zeigen.”

“So behandelt man keinen Junghund.”

“Verschwinden Sie. Sie kommt nicht zurück, weil sie hier sind!”

“Wollen wir eine kleine Wette machen?”

Das war mehr eine rhetorische Frage. Ich wartete gar nicht erst eine Antwort ab. Ich hockte mich hin, und rief sie mit ruhigen Ton: “Komm her Mädchen. Komm her, Emma.” Und sie kam. “Sie zeigt uns, dass sie ein braves Mädchen ist. Sehen Sie, sie hat Angst vor ihnen.” Man sah regelrecht, wie Emma dem Mann auswich. Mit eingeknickten Beinen schlich sie um ihn herum, den Kopf dabei weggeduckt.

“Sie muss lernen, wer der Boss ist!”

“Natürlich, aber Gehorsam bringt man durch Güte bei.”

“Da kann man geteilter Meinung sein. Sie braucht einen entsprechenden Schlag.”

“Wenn Sie einen Duckmäuser wollen... wenn Sie aber einen folgsamen Hund wollen, dann müssen Sie streng sein, aber gütig und geduldig.”

“Ist das so? Ich habe sehr viel zu tun. Ich habe keine Zeit für sowas. Ich habe sehr viel zu tun.”

“Ich gebe Ihnen den Rat, sich die Zeit zu nehmen. Emma wird Ihnen viel besser folgen, wenn sie sie auch respektiert.”

“Der lehre ich Respekt, ich verprügel die einmal.” Dabei hob er wieder leicht schüttelnd die Rute

.

“Damit bestimmt nicht.” Ich zeigte ihm noch mal, wie der Hund zu mir kam. “Das Tier braucht nicht mehr als ihre Zuneigung. Und es wird ihnen gehorchen. Und mit strenger Konsequenz wird Emma sie respektieren. Wenn der Hund einem nicht gehorcht, dann zeigt man ihm seine Missbilligung, aber nicht mit körperlichen Schmerz. Das Tier wird dadurch kein Kriecher, kein Duckmäuser, aber Emma weiß das Zeichen der Missbilligung zu würdigen.” Der Mann rannte wieder hinter seinem Hund her, schreiend und seinen Stock in der Luft wedelnd: “Komm her du blödes Mistvieh, ich zeig's dir, du wirst sehen wenn ich dich erstmal habe.”

Ich ging mit Brenda und Wolke weiter meinen Weg den Deich entlang.


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