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  • Barbara

Alle Hunde können schwimmen - Falsch!

Jedes Jahr ertrinken Hunde. Was solltest Du wissen, wenn‘s mit der Fellnase ins Wasser geht?


Nicht jeder Hund kann automatisch schwimmen


Es gibt da eine lustige Begebenheit, die ich nie vergessen werde. Anna war noch recht jung, ca. 9 Monate alt, da besuchten wir befreundete Züchter in Bremen. Die Züchterin ist auch gleichzeitig eine sehr gute Hundetrainerin, also bat ich sie, sich Anna und mich in unserem Umgang miteinander mal anzusehen.

Wir fuhren in einen Park und gingen spazieren. Tolles Wetter, tolle Umgebung und ein toller See mittendrin. Und Enten. Anna hatte Enten bisher noch nicht gesehen und war begeistert. Da wir gerade die Leine abgenommen hatten und sie sich frei bewegen konnte, preschte sie plötzlich in rasantem Tempo auf die Enten zu, es gab einen großen Platz und Anna war weg. Ich werde nie den Gesichtsausdruck meines Hundes vergessen, als sie wieder auftauchte (Wasser kannte Anna bisher auch nur von Pfützen). Große verdutzte Augen – da war doch der Fußboden plötzlich weg – wie kann das denn? Anna hat sich recht schnell orientiert und paddelte zu uns ans Land. Da wurde ich auf meine Freundin aufmerksam, die schon Handy und Tasche zu Boden geworfen hatte. Fragend sah ich sie an: „Was ist los?“ „Nicht alle Hunde können schwimmen, ich wollt schon hinterher springen als Anna nicht sofort wieder hoch kam!“ Wow, das wusste ich nicht und nachträglich wurde mir dann doch etwas mulmig.

Jetzt, Jahre (genau 3) später, kam mir das wieder in den Sinn. Dieser Spruch: „alle Hunde können schwimmen“. Was ist jetzt richtig?



Es wird oft angenommen, dass Hunde generell schwimmen können. Doch müssen sie das, genauso wie wir Menschen, erst lernen.

Einige Rassen werden speziell für die Wasserarbeit gezüchtet wurden. Der Labrador, Neufundländer und der spanische Wasserhund zum Beispiel, sie lieben das Wasser von Natur aus sehr. Aber es gibt auch Rassen, die durch ihren Körperbau oder ihre Behaarung nicht oder nur mit Schwierigkeiten schwimmen können. Das sind Hunde mit kurzen Nasen wie Bulldoggen, mit einem schweren Körper und kurzen Beinen wie der Englische Basset und Hunde mit extrem langem Fell, die im Wasser sehr schwer werden.

Und Achtung: auch Hunde, die schwimmen können, geraten schon mal in Schwierigkeiten und können ertrinken!


Risikofaktoren:

  • Eine ungewohnte Umgebung z. B. im Urlaub

  • Schnellfließende Gewässer

  • Orte, an denen die Hunde nicht selbstständig aus dem Wasser können

  • In Paniksituationen

  • Wenn sie von einem Boot oder Bootssteg ins Wasser fallen

  • Wenn sie durch eine Eisdecke brechen oder in ein Eis-Loch fallen

  • Junge und unerfahrene Hunde

  • Hunde, die aufgrund ihres Körperbaus nicht oder nicht gut schwimmen können

  • Alte Hunde mit eingeschränkter Mobilität oder Sehbehinderungen


Was kannst Du tun?


Hunde können kein Risiko abschätzen, in vielen Situationen musst du das für Deinen Liebling übernehmen. Bringe dem Hund bei, dass er nur mit deiner Zustimmung ins Wasser darf. Wie soll er es verstehen, das er in der einen Situation ins Wasser darf, beim nächsten Mal aber nicht. Gewöhne Deinen Hund ans Wasser und bringe ihm das Schwimmen bei.

Wie Du Deinem Hund das Schwimmen beibringst

Deinen Welpen oder auch Deinen Hund, der nicht mit Wasser vertraut ist, solltest Du auf eine positive und freundliche Weise an das Wasser gewöhnen. Du kannst mit ihm zusammen ins Wasser gehen oder ein Hundekumpel zeigt Deinem Hund wie es geht.

Deinem Hund unter Druck Schwimmen beizubringen oder ihn einfach ins Wasser zu werfen, ist ein NoGo. Die Chance ist groß, dass er Angst vor dem Wasser bekommt und dies zu Panik oder Vermeidungsverhalten führt. Übe zuerst im flachen Wasser mit einem allmählich abfallenden Ufer. Und natürlich sollte es nicht zu kalt sein, weder im Wasser wie auch außerhalb.



Mit einem zusätzlichen Brustgeschirr oder einer Rettungsweste kannst Du ihn im Notfall besser packen. Gewöhne ihn bereits zu Hause daran. Und lass ihn an einer langen Leine.

Übe mit kleinen Etappen, geh erst selbst ein Stückchen ins Nasse. Und lass ihn folgen, ohne ihn zu locken oder zu rufen, lass ihn selbst entscheiden.

Wie bei allen Lernprozessen und Übungen mit Deiner Fellnase halte die Übungen kurz, erwarte nicht gleich zu viel, über immer wieder. Mach Pausen und belohne mit Spiel.

Sobald Dein Hund sich im Wasser ungezwungen verhält, kannst Du ihn zu Dir rufen. Helfe ihm am Anfang, in einer horizontalen Position zu bleiben, indem Du ihn mit einer Hand unter dem Bauch unterstützt. Natürlich nur, wenn Deine Fellnase es mag, am Bauch angefasst zu werden.

Was tun, wenn ein Hund ins Wasser gefallen ist?


Ich kann Dir jetzt natürlich sagen, bleib ruhig, Du wirst aber nicht ruhig bleiben. Aber Du solltest auf jeden Fall nicht einfach hinterher springen. Immer wieder gibt es Nachrichten, wo Halter ihre Hunde retten wollten, der Hund lebt, Halter ertrunken.

Also, nachdem du versucht ruhig zu bleiben, schau, ob Du eine Strömung erkennen kannst, geh dann stromabwärts, damit Dein Hund nicht gegen den Strom schwimmen muss, schau nach, wo das Ufer sanfter abfällt und Du ans Wasser kannst. Versuche Deinen Hund auf Dich aufmerksam zu machen, wenn er dann zu Dir kommt, fass ihn am Halsband oder Geschirr und zieh ihn nach oben, so unterstützt Du ihn, damit er leichter an Ufer klettern kann.

Hat Dein Hund Wasser in die Lunge bekommen? Halte ihn kopfüber, so dass das Wasser aus der Lunge abfließen kann. Damit er nicht auskühlt, trockne ihn gut ab und decke ihn zu. Beobachte Deinen Hund genau, evtl. musst Du mit ihm zum Tierarzt.

Das ist natürlich eine schreckliche Situation und ich hoffe, Ihr werdet sowas nie erleben müssen.

Was ich aber hoffe, dass Ihr viele tolle Momente mit Eurer Fellnase erlebt, wo ihr zusammen im Wasser plantschen könnt und Euren Spaß hat.


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